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Mehr Kontemplation:



Mehr Kontemplation

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Zum Thema Kontemplation

Traditioneller Werdegang

Jesus Christus ging 40 Tage in die Wüste ( hier stehen die 40 Tage symbolhaft für eine längere Zeit ). Die Wüstenväter setzten die Tradition auf ihren Papyrosbündeln sitzend fort. Meist verwendete man als Kontemplationsfokus einen Satz wie : Herr, eile mir zu Hilfe. Die Entwicklung schritt fort bis zu den Klöstern. Bekannte Namen dieser Zeit sind der Hl.Antonius, Hilarion, Paul der Einfältige, Ammon Abt zu Mitra, die selige Maran, die selige Cyra, Cassius. Ihr Lebensweg der Kontemplation war oft extrem und endete nicht immer im Alltag. Aber der Beginn einer Entwicklung benötigt wohl solches Engagement. Aus den Klöstern entstanden die Universitäten, die Musik, Malerei, Dichtung und Philosophie. Die Mystik kam zu ihrer Blütezeit ( z.B.Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Johannes vom Kreuz, Theresia von Avila ) und letztendlich endete die Periode bei den Idealisten (z.B. Fichte,Schelling u.Hegel) und der Klassik (z.B. Goethe und Schiller) (Mozart und Beethoven ). Nach Kant geriet der Weg in Vergessenheit und somit waren Religion und Wissenschaft miteinander nicht mehr integrierbar. Die Idealisten hatten keine geeignete kontemplative Übung, mit der sie ihre Erfahrung weiter geben konnten. Das höchste Bewußtsein galt als zu hohes Ideal. Sie zeigten, daß der Mensch sich immer weiter entwickelt, so weit, daß damals schon einige ohne kontemplative Übung zum höchsten Bewußtsein durchdrangen. Man kann davon ausgehen, daß die Entwicklung der Menschheit in diese Richtung weitergeht. Der Weg war der Institution immer verdächtig, wegen der offenen Weite, die das höchste Bewußtsein lebt, und sie versuchte mit Machtmitteln dagegen anzuarbeiten. Lessing hatte z.B. von seinem Landesherren Redeverbot, damit erreichte er aber das Gegenteil. Lessing nutzte zu unserem Glück die gewonnene Zeit, um sein Werk Nathan der Weise zu schreiben.
Da der Idealismus keine geeignete kontemplative Übung hatte, diffundierten nach seinem Ende alle Wissensgebiete des Menschen auseinander. Die Romantik hatte mehr regressiven Charakter , mit dem Kindsheitsideal und der Rückkehr zu Griechenland , konnte Religion und Wissenschaft nicht integriert werden. G.Tersteegen leitete im Protestantismus eine eigenständige kontemplative Entwicklung ein und lehrte den Weg der Gegenwärtigkeit Gottes. Die Wissenschaft riss die Herrschaft mehr und mehr an sich. Man begann beweisen zu wollen, daß der gesamte organische und anorganische Kosmos wie ein Uhrwerk funktioniert und der Mensch oder Gott ( soweit man ihn noch benötigte ) brauchen nur an einem Rädchen zu drehen, um berechenbare Änderungen einzuleiten. Diese Interpretationen sind inzwischen der Lächerlichkeit preisgegeben. Hier hat sich die Wissenschaft schon vor dem 20.Jahrhundert selbst widerlegt. Diese veralterte Theorie ist heute noch Glaubensgrundlage des Fundamentalismus(wenn ich den Glaubensfeind mundtot mache , komme ich in den Himmel).
H.Hesse brachte im 20.Jahrhundert die kontemplative Mystik ins Gespräch und verglich sie mit den asiatischen Weisheitslehren, besonders dem Zen.
Pater Willigis Jäger brachte Zen aus Japan mit und etablierte die Schule der Kontemplation. In Japan ist man sich der kontemplativen geschichtlichen Tradition bewußt, daß die Kultur aus den Zen – ( China ) und Shintu – Klöstern stammt, während wir erst in den letzten Jahrzehnten über Japan unsere eigenen Wurzeln entdeckt haben. ( Jeder kennt heute Hildegard von Bingen. ) In der orthodoxen Kirche wird das Herzensgebet noch gepflegt und war auch nicht in Vergessenheit geraten. Die historische Betrachtungsweise zeigt deutlich auf, daß es nicht sinnvoll ist, verschiedene Wege (z.B. Zen u. Kontemplation ) zu mischen, da es sich um die bewährten Pfade auf den Gipfel und wieder herrunter handelt. Man weiß, welche Ereignisse auf dem Weg auftreten können und kann so zu einer fundierten Beratung kommen. An den Wegkreuzungen finden aber Öffnungen und Weitungen zu anderen Wegen statt.
Der heutige postsäkulare Mensch ( Habermas ) neigt dazu, skeptisch gegenüber der Wissenschaft zu sein und wendet sich mehr der Natur zu ( z.B. gesunde Ernährung ). Ebenso entwickelt er mehr und mehr Gleichgültigkeit oder Zurückhaltung gegenüber der Religion und mehr Hinwendung zur Psychologie . Gleichzeitig verlangen die rasanten Entwicklungen der Wissenschaft ( z.B. Gentechnologie ) und politische Fehlentwicklungen
( z.B. Fundamentalismus ) von ihm Entscheidungen, die schwerwiegend in die Entwicklung eingreifen. So ist der Mensch auf der Suche nach einer gemeinsamen Wertgrundlage. Die fehlende integrative Kraft der Kontemplation ( bis zum Idealismus vorhanden ) hat dazu geführt, daß große Verständnisschwierigkeiten auftreten . Z.B. erreicht der Wissenschaftler mit seiner Sprache den an der Religion orientierten Menschen nicht immer. So berichten z.B. die Medien in wissenschaftlicher Sprache, daß man menschliche Stammzellen, die "übrig“ sind nur wegwerfen oder verarbeiten kann. Wir spüren, daß hier ein Teil der Ethik verloren geht. Wenn sich Religion und Wissenschaft verständigen könnten, ließen sich auch menschliche Stammzellen in einem adäquaten Ritus bestatten, der den Wissenschaftlern das Ebenbild Gottes in den Stammzellen nahebringt und ihnen hilft, ihre Ehrfurcht vor dem Leben zum Ausdruck zu bringen. Wenn es ihnen so gelänge, ein höheres Bewußtsein als das rationale zu erfahren, brauchten wir uns nicht so sehr um den Fortbestand der Erde zu sorgen. Das gegenseitige Verstehen könnte auch wesentlich dazu beitragen, das politische Problem unserer Zeit, den Fundamentalismus zu integrieren. Der postsäkulare Mensch versucht über die Kommunikation zu integrieren - über Verständlichmachen. Die Sprache, die im Menschen lebt, wird als Ganzheit gesehen, die das Wort schöpft ( Habermas u. Ken Wilber ) . Dies ist sicher eine Weiterentwicklung aus dem rationalen Zustand heraus und bildet in der heutigen Zeit die Grundlage, die Ganzheit hinter allen Dingen in der Kontemplation zu suchen. Sie gibt uns auch die Akzeptanz und Öffnung, daß Menschen sich aus ganz anderen Bewußseinszuständen der ihnen gemäßen Sprache bedienen können , ohne daß wir sie gleich falsch oder richtig zuordnen, sondern eher einen bestimmten Bewußtseinszustand. Ein Sportler wird sich anders äußern als ein Musiker. Über die Neue Züricher, die Allgemeine, Zeit, Fokus, Spiegel bis zur Bildzeitung kann alles integriert werden. Sicherheit gibt nur die eigentliche Erfahrung der Ganzheit selbst, die zum höchsten Bewußtsein führt und alles integrieren kann.
Der Mensch beginnt zuerst sich selbst zu ändern. Hier kann er alle seine Bewußtseinsebenen von der magischen zur mytischen, rationalen und transrationalen (Jean Gebser) reinigend durchschreiten. Schließlich erkennt er, daß er sich selbst schadet, wenn er anderen schadet, daß er ein Holon - ein Teil eines Ganzen ist (Ken Wilber). Dies ist das Integrationsmodell für den Alltag und erklärt sich aus einer anderen möglichen Übersetzung der 10 Gebote. Es heisst dann nicht:“Du sollst“, sondern:“(Wenn Du das erfährst) wirst Du nicht....“
Wenn der Hirte auf den Marktplatz kommt,
d.h. wenn wir ganz in den Alltag zurückkehren, so bedeutet dies vor allem Integration der auseinanderdriftenden Teile unserer Kultur und Verständigung zwischen den Kulturen und Menschen. Wir sind ja alle voneinander abhängig. So wird auch die Wissenschaft untergehen, wenn keiner mehr den Idealismus entwickelt, Engagement für schwierige wissenschaftliche Studien zu zeigen. Ebenso wird sich keiner für die Kirche einsetzen, wenn er nicht den Idealismus dazu entwickelt.
Die größte Möglichkeit zur Integration bietet historisch gesehen in unserer Kultur zuvorderst die Kontemplation. Alles aber entsteht aus der einfachen Übung der Stille und der Gnade der Erfahrung, wer wir wirklich sind.
Pater Willigis Jäger beschreibt 7 Schritte :
1. Suche Dir einen Ort, an dem Du nicht gestört wirst
2. Schließe die Augen und entspanne Dich
3. Töne innerlich das Wort Jesu, Shalom oder Deinen Namen
4. Lade das Wort auf mit Hingabe und Liebe zu Gott
5. Kehre immer wieder zu diesem Wort zurück, wenn Du abgelenkt wirst
6. Halte diese Gebetsübung 20 Minuten einmal oder zweimal am Tag durch
7. Folge dieser Gebets – übung auch manchmal mitten im geschäftigen Alltag

 


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